Kevin Buzacott ist Aborigenen Ältester vom Volk der Arabunna.Er hat studiert, in der "Welt der Weißen" gelebt, ist in seinem Herzen aber ganz und gar seinem Urvolk und Urland verbunden. Besondere Stationen seines Kampfes gegen die Uranindustrie sind das Friedenscamp in der Nachbarschaft der Mienen an den Ufern des Lake Eyre(1999) und ein dreimonatiger, dreitausend Kilometer langer Friedensmarsch entlang der alten Songlines der Aborigenes nach Sydney, begonnen am 10. Juni 2000. Er bekam 2001 den Nuclear-Free Future Award, einen Preis für seinen ungebeugten Widerstand.
Den nachfolgende Brief von ihm war an die Vereinten Nationen gerichtet.Er betrifft das Projekt von einem nationalen Atommüllendlager in der Region des Lake Eyre, in der Nähe der weltgrößten Uranmine "Olympic Damm".

Wir vom Volk der Arabunna sind zutiefst verletzt und aufgebracht, daß die Regierung ihren radioaktiven Müll in das Gebiet kippen will, das sie Billa Kalina Region nennt. Wir sind gegen das gesamte Projekt. Wir haben Euch darauf aufmerksam gemacht und ermahnt: " Kippt diesen radioaktiven Müll nicht auf unser Land. Verwandelt den Lake Eyre nicht in ein Opfer-Gebiet für den giftigen Abfall der Atomindustrie. Setzt unser Volk nicht länger der schädlichen Strahlung aus. Zerstört nicht noch einen heiligen Ort."
In der Vergangenheit wurden wir dazu gezwungen, unser Land zu verlassen, vom mordenden Mob, der unsere Landsleute, unsere Mütter und unsere kleinen Kinder niedermetzelte. Das rassistische System zwang unsere Ältesten zu gehen, einige von uns überlebten. Ihr betrachtet unser Land als abgelegen, getreu dem Gesetzesprinzip vom "Niemandsland" (terra nullius 1). Dies ist keine unbewohnte Einöde für Euren Müll. Es ist unser Zuhause. Wir wurden Flüchtlinge, hielten aber immer die Verbindung zu unserem Land. Flüchtlinge sind wir nur vorübergehend und nun brauchen wir unser Land zurück, so daß wir uns in richtiger Weise darum kümmern und uns heilen können. Wir planen dorthin zurückzugehen und das Unheil zu beseitigen. Wir müssen zurückgehen, ob das Land vergiftet ist oder nicht. Wir haben keinen anderen Ort, zu dem wir gehen können. Unser Leben ist unser Land. Es ist unsere Grundlage. Es ist unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unsere Länder sind heilig.
Wir erkennen, daß Ihr wirklich einen weiteren heiligen Platz schänden und unseren Lake Eyre töten wollt,ihn und seine Region opfern der Gier, die diese Industrie erzeugt hat. Es ist ein Gebiet von internationaler Bedeutsamkeit, mit Geschöpfen und Pflanzen, die es sonst auf der Welt nicht gibt. Im Eyre-See und seiner Umgebung sollte es kein Abladen von radioaktivem Müll, keinen Abbau, kein Abpumpen von Grundwasser mehr geben -fossilem Wasser, das Millionen von Jahre alt ist. Sie sollten vollständig geschützt sein und zu einem Welterbe-Gebiet gemacht werden. Wir können nicht glauben, daß die Regierung sich entscheidet, einen Platz zu zerstören, der für die Aborigines-Kultur so bedeutsam ist. Keines unserer Länder hätte erschlossen werden sollen. Unsere Leute haben niemals in der Weise der Kolonisten das Land geschürft oder erschlossen. Wir haben niemals große Löcher in den Boden gegraben, oder die Wasserwege vergiftet. Unsere Kultur lehrte uns, für unser Land, unsere Mutter, zu sorgen. Wir sind niemals in der Weise unterdrückt worden, wie Ihr uns jetzt unterdrückt.
Wir lebten wie eine Familie und kümmerten uns umeinander in derselben Weise, wie wir uns um unser Land kümmerten. Warum unser noch reines Land verschmutzen? Alles ist auf das Uran zurückzuführen. Wir haben Euch immer gewarnt, das Uran in seinem natürlichen Zustand zu lassen, im Boden, wo es sicher war. Es bedeutete allen Generationen mehr, es in einem spirituellen Sinne als einen heiligen Ort zu verehren. Unsere Geschichten erzählen uns von seiner gefährlichen Energie. Nun werden wir mit Eurem Müll zurückgelassen, und ihr wißt nicht, was damit zu tun ist. Ihr wollt ein bißchen Geld sparen und ladet den radioaktiven Müll in unserem Land ab, zerstört noch einen heiligen Platz, für Versuche und um ihn Euch zu sichern. Ihr kümmert Euch nicht um uns. Ihr kümmert Euch nicht darum, daß wir die Träger der Weisheit der ältesten Kultur sind. Ihr wißt genauso wie wir, daß es unmöglich ist, den radioaktiven Müll abzusichern, deshalb verlangt ihr, die das Becken des Lake Eyre zur Opfer-Zone zu machen.
Unser Land ist zu altehrwürdig, um geopfert zu werden. Unsere Landschaften sind so uralt und unsere Böden sind so alt und noch ursprünglich. Unser Land ist sehr stabil, frei von Erdbeben und liegt weit unter dem Meeresspiegel. Wir glauben, daß Ihr Billa Kalina deswegen ausgewählt habt, so daß das freiwerdende Radongas oder die Tochtergase und radioaktiver Staub und Müll von der Tiefebene des Eyre-Sees aufgefangen werden. Das radioaktive Gas ist schwer und rollt am Boden entlang und würde sich auf dem Lake Eyre sammeln, wir haben doch schon gesehen, wie Winde die radioaktiven Wolken über das Land wehten, als Ihr die Atombomben in Maralinga testetet. Wir wissen, wie sich die radioaktiven Isotope im Gewebe des Lebens ausbreiten und in der Lebenskette konzentrieren, dabei Krebs, Leukämie und Mutationen in Tieren und Pflanzen verursachen.
Wir haben schon Känguruhs gesehen, die blind herumgehüpft sind mit großen Beulen, die an ihnen herunterhingen. Wenn die Känguruhs krank sind, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, daß das Land krank ist. Wenn nukleare Müllhalden ohne Risiko wären, würdet Ihr einige von ihnen in Euren Städten errichten und die Transportkosten zu einem abgelegenen Gebiet sparen. Ihr würdet sie dort errichten, wo Ihr auch sonst Euren Müll hinkippt. Wir begreifen Regierungen und wie sie für die Wirtschaft, wie die Minengesellschaften arbeiten. Wir wissen, wie sie miteinander verflochten sind. Wir kennen ihre Entwicklungs-Spiele.
Es ist Krankheit, was Ihr erschafft. Die Menschheit hat nicht die Mittel dieses Uran und seinen Abfall zu handhaben. Es ist wie eine neue tödliche Krankheit und die Welt hat nicht die Mittel sie zu heilen. Es ist etwas Böses, Völkermörderisches, das dieses Land zerstört. Es ist eine törichte, blinde Herangehensweise von allen beteiligten Parteien. Wir wissen, Ihr sagt, das Lagerungsgebiet wird nur die Größe eines Fußballfeldes haben, aber wir wissen auch, daß es der Fuß in der Tür wäre, der das Gebiet für die spätere Ausdehnung öffnet, sogar dafür, daß es eine Müllhalde für den radioaktiven Müll aus anderen Ländern wird. Wir wissen auch, daß Sickerwässer aus der Abraumhalde das Potential haben, mit der Zeit unermeßliche Gebiete zu kontaminieren.
Euer Zeitrahmen umfaßt 100 Jahre, um sich direkt um die Müllhalde zu kümmern, und Ihr erwartet eine Mindestlebensdauer der Halde von dreihundert Jahren. Ihr erwartet nicht, daß die Konstruktion der Müllhalde mehr als 1000 Jahre hält, jedoch sprecht Ihr von der Lagerung von ausgebrannten Brennstäben und Radium, welche noch schädliche Strahlung aussenden, lange nachdem die Gebäude zerfallen sind. Wir kommen von zu weit her, wir waren auf diesem Land zu lange, um diesen Wahnsinn geschehen zu lassen. Wir haben gelernt, die nukleare Krankheit zu verstehen. Wir kennen den Schaden an Menschen, die Zunahme von Gesundheitsproblemen, die Spaltungen zwischen Menschen und Völkern. Wir verstehen es als Rassismus, wenn Ihr unserem Land das Uran entreißt, oder Aborigenes damit bombardiert, oder es auf unsere Länder kippt. Es zerstört die Grundlage des Friedens zwischen den Menschen. Wir streben nach Frieden und Ihr wollt dieses Unheil auf uns abladen.
Wir müssen nach vorne schauen, zu den zukünftigen Generationen und sie schützen vor der Zeit, wenn die Stahlbehälter mit radioaktivem Müll durchgerostet und die Betonbehälter zerfallen sind und den giftigen Abfall verlieren. Es gibt keine sichere Dosis von radioaktiver Strahlung. Ihr habt zuerst das Uran ausgegraben und die Aborigenes in Maralinga damit bombardiert und die Strahlenkrankheit tötete und verstümmelte die Menschen in einem großen Gebiet. Wir bekämpften die Roxby-Mine, (Ihr nennt sie Olympic Mine in Roxby Downs), aber ihr habt weiter geschürft. Nun dehnt Ihr Roxby und Ranger aus, und Ihr beabsichtigt auch, die Mine Jabiluka zu schürfen.
Die Uranabbauindustrie und die damit verbundenen Aktivitäten sind ein klarer Fall von ökologischem Vandalismus, mutwilliger Zerstörung. Die Roxby Mine leitet nun täglich 5,4 Mio Liter fossiles Wasser aus dem Artesischen Becken ab, um den Yellow Cake zu waschen. Dieses Wasser ist Millionen Jahre alt und unser Welterbe, die von Erdwällen gesäumten Quellen, trocknen aus, mindestens eine hat aufgehört zu fließen. Diese Quellen sind ein Hinweis darauf, was mit dem Grundwasservorrat geschieht. Auch in Roxby zerfraß das vergiftete Wasser aus dem Abraum-Becken den Kalkstein im Untergrund, und das kontaminierte Wasser sickerte zwei Jahre lang in den Boden, bevor irgend etwas daran geändert wurde. Wie können wir jemals der Weise, wie Ihr den Müll handhabt, trauen. Wir sind ganz und gar gegen das gesamte Vorhaben.
Warum hört Ihr noch immer nicht zu?
Warum expandiert Roxby trotz seines traurigen Rekords von Umweltmißmanagement und warum geht es mit neuen Minen weiter?
Warum wurde es nicht schon vor Jahren für illegal erklärt?
Warum kippt Ihr Euren Müll immer noch auf andere?
Jetzt wollt Ihr Euren Müll auch noch in die Region kippen, die ihr Billa Kalina nennt. Wenn Ihr einmal begonnen habt, wenn erst einmal die Tür geöffnet wäre, würdet Ihr wohl den Müll der gesamten Welt zu uns bringen. Es ist als ob man sagt, man wolle einen sicheren Teich bauen und es endet mit einem See, aus welchem radioaktives Wasser zurück in das artesische Becken sickert. Wir erinnern Euch daran, daß die Entwicklung von Roxby Downs diese Krankheit in unser Land brachte. Es hat nichts als Probleme für unser Volk gebracht und die Zerstörung unseres Landes.
Ihr prahlt mit Eurer Befragung der Gemeinschaft, aber wir wissen, wie unsere Leute manipuliert wurden, bestochen, überlistet und Verträge unterschrieben haben unter Nötigung, sogar ohne eine Übersetzung in unsere Sprache. Dies löste unter uns eine fürchterliche Spaltung aus wegen Eurer Gier und dieser Entwicklungs-Streitfragen. Wir haben gesehen, wie die Minen-Gesellschaften konkurrierende Land-Räte einsetzten, um die Ansprüche der rechtmäßigen Autoritäten zurückzuweisen. Wir nennen das "einen Massen-Mob- mieten" (rent a crowd mob). Das hat soviel Spannung in den Gemeinschaften verursacht, daß wir unter hohem Druck wie in einem Dampfkochtopf leben. Menschen verloren ihr Leben. Ihr wißt nicht einmal welches Opfer, welchen Verlust, welches Elend Ihr uns verursacht. Vom Abraum und den Gasen werden die Menschen krank, ebenso die Tiere.
Sie haben niemals die Menschen auf Strahlung untersucht. Ihr müßtet praktisch die Menschen ausgraben, um den Schaden zu beweisen, aber wir würden niemals erlauben, daß dies geschieht. Einige von den Tieren zeigen schon Anzeichen von Krebs und Blindheit. Ein Moratorium für die Atomindustrie ist nötig, bis dieses Durcheinander entwirrt ist. Nun wird von uns erwartet, Euren giftigen Müll zurückzunehmen. Dieser Müll, der Menschen und Land dieses Schreckliche angetan hat, würde nun uns Schreckliches antun. Billa Kalina ist für uns kein abgelegenes und ungenutztes Gebiet. Es ist unser Zuhause. Es ist schon immer als kultureller Platz genutzt worden und wird weiter genutzt werden von zukünftigen Generationen. Wir dürfen nicht länger geopfert werden. Ihr dürft keine Situation schaffen, in der wir noch behandelt werden wie Menschen der Vierten Welt, entgegen den Vereinten Nationen-Standards für Gesundheit, Sicherheit, Selbstbestimmung und Recht auf Leben.
Der radioaktive Müll könnte explodieren, weil es hier heiß ist. Das giftige Gas könnte austreten. Manchmal schließt Ihr es in Blei oder Zement ein, aber am Ende kommt es doch heraus. Gas und Strahlung können nicht eingeschlossen werden. Es ist wie bei den Bomben, die durch Druckwellen töten, selbst durch Zement. Der Druck entweicht. Wenn Dir das Gas entgegenkommt, atmest Du es ein. Es geht geradewegs in deinen Körper und es tut dir all dieses Schreckliche an. Es würde verweilen wie ein fortschreitender Krebs, oder ein AIDS-Virus, der das Leben in dir erstickt. Die volle Wirkung kennst du jetzt noch nicht. Die Verantwortung liegt bei denen, die das Uran nutzten und nutzen, die Gewinn daraus zogen oder veranlaßten, daß es genutzt wurde. Es muß bei denen bleiben, die es genutzt haben um sicher verwahrt zu werden und um einen Weg zu finden, sicher damit umzugehen. Es war zuerst gut genug, um es zu nutzen, jetzt können diejenigen es auch behalten. Wir sind Teil eines weltumfassenden Bündnisses gegen Uranabau. Wir sind ganz und gar gegen Uranabbau, gegen die Reaktoren, Uranmunition und Atombomben, und gegen den radioaktiven Müll. Wir akzeptieren Eure Krankheit nicht, und wir haben nun die Stimme, es zu sagen. Wir konnten es zuvor nicht sagen, wir wären erschossen worden. Nur diejenigen, die entkamen, konnten die Geschichte weitererzählen. Erst jetzt haben wir die Stimme zu sagen:"Bruder, Du liegst falsch. Du kannst diese Welt nicht mit Rassismus, nuklearer Krankheit und Zerstörung der Erde bauen."
Wir vom Volk der Arabunna widersetzten uns seit Beginn gegen Roxby Downs und wir widersetzen uns noch. Unser Widerstand geht jetzt an eine bestimmte Adresse. Wir haben immer gefordert und fordern und verlangen jetzt eine vollständige Untersuchung des gesamten bestehenden Roxby Projektes durch den (Bundes)Staat (Süd-Australien) und den Senat(bei der Bundesregierung in Canberra). Wir verfolgen alle möglichen Aktionen gegen Roxby. Nun werden wir alle möglichen Aktionen, nationale und internationale, gegen diese nuklearen Müllhalden durchführen. Wir werden gegen die anfechten, streiten und sie bloßstellen, welche diese Müllhalden ermöglichen. Das schließt Regierungen auf allen Ebenen ein, Gesellschaften und ihre Direktoren und Aktionäre, ebenso andere unbefugte Körperschaften und Menschen. Wir rufen alle Leute, alle Nutznießer dieser Krankheit auf, ihre Wirtschafts-Religion des Geldes aufzugeben. Für das Arabunna-Volk ist es immer noch eine neue Religion.
Findet natürliche Wege für Energie und Medizin und ihre weiteren Zwecke. Findet Wege, die nicht auf Kosten unseres Volkes und unseres Landes gehen.
Wir rufen alle Leute in Süd-Australien, sowie im gesamten Australien und alle Menschen der Welt auf, ernsthaft auf die nukleare Krankheit in ihrer Gänze zu schauen. Wir rufen sie auf , ein wenig Vernunft zu gebrauchen und ernsthaft über die Zukunft nachzudenken. Wollt Ihr die Uranlieferanten sein, verantwortlich für Unfälle und die Bomben und den Atomkrieg? Wollt Ihr die Atommüllhalde der Welt sein?
Wache auf, Australien, und laß dich nicht täuschen. Du wurdest hereingelegt beim Zustandekommen der Atomtests in Australien. Die menschlichen Opfer an Tod, Krebs und Krankheit sind niemals gezählt worden. Wir haben schon alles über Uran gesagt, schon vor 18-20 Jahren. Die Hälfte der Aktivisten, Schwarze , ebenso wie Weiße sind nun tot. Dies ist eine neue Runde, und ich starte neu, aber der einzige Platz es durchzufechten ist hier im Parlament, wo sie die Gesetzeswerke machen, die solche Übel zulassen. Es sind die Landes- und die Bundesregierung, die dies mit ihrer Gesetzgebung verursachen und wenn Australien dem MAI- (Multinational Agreement on Investment) Vertrag zustimmt, werden die Multis jede Gesetzgebung überfahren. So unzureichend wie Mindeststandards auch sind, jeglicher Schutz, den sie vor dem Übel bieten, wird nicht länger gelten, wenn dem MAI-Vertag zugestimmt wird. Internationale ökologische Verträge werden vom MAI-Vertrag genauso überfahren. Multinationale Konzerne werden in der Lage sein, die Gesetzgebung der Regierungen umzustoßen.
Transnationale Konzerne werden die gleiche oder größere Macht haben als Staaten. Der vollziehende Arm der Regierung kann den MAI-Vertrag unter- zeichnen, ohne eine offene Debatte im Parlament darüber zu führen. Das ist ein weiteres Übel. Es sind die multinationalen Korporationen, die dies bewirken durch ihre Gier, Profit zu machen mit Uran und der Atomindustrie. Es sind die Aktionäre in Gesellschaften wie Western Mining, die dies verursachen, weil sie nach großen Gewinnen aus ihren Investitionen hungern. Es sind auch die Banken und Kirchen, unter anderen, verantwortlich, weil sie die größten Aktionäre sind in Gesellschaften wie Western Mining. Es sind so viele unter den Neubürgern in diesem Land verantwortlich, weil sie die großen Banken unterstützen und die importierten Kirchen. Es gibt so viele Verbindungen zurück zum ursprünglichen Problem. Heilige Plätze hätten nicht geschändet werden dürfen. Uran hätte in der Erde gelassen werden müssen. Wie konntet Ihr dies tun? Wir streben nach Frieden, und Ihr tut so etwas. Die Regierung, die Englische Krone, kümmert sich nicht um Menschen und besonders nicht um unser Volk und unsere Nachbarn.
Wir sind ein souveränes Volk, dem das Land gehört. Wir haben niemals unser Land weggegeben. Die Billa Kalina Region ist größtenteils Arabunna Land. Unsere Souveränität kann nicht ausgelöscht werden. Wir werden immer die Pfleger und Eigentümer unseres Landes sein. Ihr sagt, daß Billa Kalina alle Eure Auswahlkriterien für eine radioaktive Müllhalde erfüllt, aber das ist nicht wahr. Ihr sagt, daß der Platz in einem Gebiet liegen sollte, wo Landeigentumsrechte und Kontrolle die Beibehaltung der Langzeitkontrolle über das nukleare Lager nicht in Frage stellen könnten. Aber Billa Kalina ist Weidepachtland und die ganze Debatte um Ureinwohner-Landbesitzrechte, Mabo und Wik, wirft ein Schlaglicht darauf, wie unsicher der dauerhafte Besitzanspruch bei Weidepachtland ist.
Unser Land wurde uns durch Massaker und durch Vertreibung genommen. Es wurden keine Verträge unterzeichnet. Wir haben unsere Souveränität niemals abgetreten. Unsere Souveränität kann nicht ausgelöscht werden. Nach internationalem Recht besitzen wir unser Land noch und werden uns immer der radioaktiven Müllhalde widersetzen. Wir, Volk von Aborigenes, besitzen den Schlüssel, auf diesem Land zu überleben. Wir sind die Autorität dieses Landes. Wir rufen alle anständigen Australier auf, zu beachten, was wir sagen.
Das Alte Land ist wütend. Es spricht: "Gebt acht!" Es hat die Menschen kommen und gehen gesehen. Es hat Eure Übel gesehen. Es sieht Eure Übel. Wir sagen: Nein, Nein, Nein, Nein, Nein zu Eurem radioaktiven Müllhalden. Unser Volk und unser uraltes Land, der Lake Eyre, sind dabei, die böse Gewalt zu vergelten, um zu verhindern, daß wir und unser Land geopfert werden. Wir werden unvorstellbare Energie und Macht entfesseln, um diese böse Gewalt zu stoppen. Wir sind betrübt, daß die Fremden in diesem Land unsere rechtmäßige Autorität noch immer nicht beachten. Das ist ein Zusammenbruch von Kommunikation und Verständigung. Sie verstehen nicht, was dieses Alte Land und die Menschen sagen. Wenn diejenigen, die die Sorgen verursachen, nicht auf unsere Warnungen hören, dann werden wir sie friedlich darum bitten, unser Land, unser Volk, zu verlassen, und dorthin zurück zugehen, wohin sie gehören.
Für alle australischen Menschen ist die Zeit gekommen, wenn wir aufbrechen, um voranzukommen, dies ohne diese Regierung zu tun und unsere eigenen Regierungen zu bilden. Wir müssen uns befreien von der Weise, wie diese Dinge getan werden. Vernichtet diese üble Regierung! Löst das Parlament auf, die Krone!2 Löst es vollständig auf, es paßt nicht in dieses Land! Gebt diese Kultur des Todes und des Götzendienstes von Krieg und Gier auf. Wir müssen unsere alten Werte erhalten, die erprobt und geprüft wurden über Tausende von Jahren.
Wir können Euch führen, eine Kultur zu erschaffen, die auf Frieden machen, gegenseitiger Achtsamkeit und Teilen basiert, und darauf, das Land und die Menschen zu heilen. Es steht zu viel auf dem Spiel, und wir halten den Schlüssel zum Überleben. Hört uns, und respektiert, was Ihr hört. Widmet euch dem Frieden, nicht dem Krieg. Wir lassen Euch wissen, daß wir diese Unterbreitung mit sehr wenig Mitteln machen. Wir erhalten kein Geld von ATSIC oder dem Land-Rat. Wir stehen unter großem Druck, schon wenn wir darüber sprechen und auf Fragen antworten müssen, ist das für uns eine große Kränkung und macht die Auseinandersetzung schmerzlich, wegen ihrer Wichtigkeit und ihrem tiefen Ernst.
Wir sind das Volk, das eigentlich über das Gesetz für diesen Ort, dieses Land, sprechen kann. Wir sind diejenigen, die in der Lage sind, darüber zu sprechen und einen friedlichen Prozeß auszuhandeln, um diese traurige Angelegenheit des heraufbeschworenen Todes zu beenden, die Ihr begonnen habt. Ihr erwartet unsere Antwort in einem wissenschaftlichen, analytischem Rahmen, aber das ist nicht möglich, weil unser Volk eng mit dem Land verwoben ist. Wenn wir müssen, werden wir Treffen organisieren, unter Druck, mit den Menschen aus dem Zentrum und der Umgebung, mit unseren Ältesten und Älteren, die die Autorität haben und die Bedeutung dieses Landes verbürgen können, und die Notwendigkeit, es in Ruhe zu lassen.
- Kevin Buzzacott - Aborigenes Ältester und Sprecher des Arabunna Volkes
Übersetzung: M.Seffers-Michalski, Ilona Joerden
1) Um das Prinzip "terra nullius" gab es in Australien seit Jahren grundsätzlichen Rechtsstreit. Immer ging es darum, daß "die Krone" Land einfach zu "terra nullius" ("Niemandes Land") deklariert und es sich rechtlich unterworfen hatte, wenn die Aborigines keine "Urkunden" nach der Machart der Kolonisatoren vorweisen konnten. Das führte zur Entrechtung und Verfolgung von Aborigines. Manchen von ihnen wurde auch verwehrt, ihre Toten würdig dort zu begraben, wo sie es nach heiligem Brauch wollten.
Inzwischen hat die Australische Regierung das Prinzip "terra nullius" in Einzelfällen in Zweifel gezogen, aber die endgültige grundsätzliche und verbindliche Entscheidung steht wohl noch aus.